Spargellexikon

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Warum endet die Spargelsaison am 24. Juni?

Warum endet die Spargelsaison am 24. Juni ?

Die Spargelsaison endet am Johannistag (24. Juni), damit der Spargel noch ausreichend Zeit hat, durchzuwachsen und einen grünen Busch zu bilden. Vom 24. Juni bis zum ersten Frost sind es mindestens 100 Tage. Diese Zeit braucht der Spargel, um genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln.

Diese Kraft sammelt er, indem aus der Spargelstange ein kräftiger Busch mit feinen nadelförmigen Blättern wächst. Dieses Spargelkraut kennen viele auch als Blumensträußen, in denen es gerne als Gründ verwendet wird. Mit diesem Spargelkraut betreibt die Spargelpflanze die sogenannte Photosynthese und sammelt so Energie. Ein Teil davon wird in den Wurzen „eingelagert“. Mit dieser angesparten Kraft kann der Spargel im kommenden Jahr wieder austreiben und neue Stangen bilden.

Eins muss man sich dabei vor Augen halten. Der Spargel schickt sein Gemüse nicht gen Himmel, damit wir die leckeren Spargelstangen essen können. Es ist der immer neue Versuch, einen Stamm in die Höhe wachsen zu lassen, aus dem dann der Busch wachsen kann. Bis zu zehn Mal versucht der Spargel es – daher kann man in der Regel aus einer Spargelpflanze die ersten  Spargelstangen ernten. Später muss man dann allerdings die Stangen durchwachsen lassen, damit man auch im nächsten Jahr wieder ernten kann. Und damit diese Stange durchwachsen kann, hört man am 24. Juni mit dem Spargelstechen auf.

Einzelne Händler bietet frischen Spargel auch über den 24. Juni an. Das passiert in den Jahren, in denen man eine Spargel-Anlage zum letzten Mal sticht, weil sie zu alt ist. Dann muss man keine Rücksicht mehr darauf nehmen, dem Spargel für das nächste Jahr ausreichend Kraft zu geben und kann bis zum letzten Trieb stechen.

 

Kann man Spargel einfrieren? Und wenn ja, wie geht das?

 

Spargel kann problemlos eingefroren werden. Schälen Sie ihn zunächst und frieren Sie ihn in Tüten verpackt portionsweise ein. Der Spargel darf auf keinen Fall gekocht oder blanchiert werden, da er dann seinen Geschmack verliert. Sie können sowohl weißen als auch grünen Spargel einfrieren. Wenn Sie den Spargel vor dem Einfrieren noch etwas trocken tupfen, dann können Sie die Stangen sogar bei Bedarf einzeln entnehmen.

Den gefrorenen Spargel später nicht auftauen lassen, sondern den gefrorenen Block ins kochende Wasser geben. Wenn es dann wieder kocht, benötigt der Spargel je nach Dicke 8-12 Minuten, bis er gar ist. Wenn Sie den Spargel vorher auftauen lassen würden, läuft mit dem aufgetauten Wasser auch der ganze Geschmack in den Abfluss.

Sie sollen den Tiefkühlspargel spätestens nach 6 Monaten konsumieren.

Übrigens: Sie können aus gefrorenem Spargel auch gut eine Spargelcreme-Suppe machen. Dazu einfach etwas weniger Wasser zum Kochen bringen, den gefrorenen Spargel ins Wasser geben und wie gewohnt kochen. Nehmen Sie ein paar Stangen heraus und schneiden Sie ihn in Stücke. Die restlichen Stangen können Sie in der Suppe pürieren und erhalten eine schön cremig Suppe. Verfeinert mit Eigelb, Creme Fraiche und Sahne ein herrlicher Genuss.

 

Was ist der Unterschied zwischen weißem und grünem Spargel?

Springensguth Grünspargel

Einfach ausgedrückt: weißer Spargel wächst unter der Erde und wird gestochen, sobald sein „Kopf“ das Licht erblickt, Grünspargel wird dagegen nicht angehäufelt und wächst bereits in der Sonne. Dadurch bildet der grüne Spargel die Stoffe, die er zur Photosynthese benötigt – und das macht ihn grün. Theoretisch können Sie aus Bleichspargel Grünspargel machen, indem Sie keine Spargeldämme anhäufen. Jedoch gibt es inzwischen auch spezielle Grünspargel- und Bleichspargel-Sorten, die speziell für den Grün- bzw. Bleichspargelanbau gezüchtet wurden.
Grünspargel ist gesünder als Bleichspargel, weil er mehr Inhaltsstoffe und wertvolle Vitamine enthält. Außerdem schmeckt grüner Spargel anders als Bleichspargel. Ähnlich dem Unterschied zwischen Blumenkohl und Broccoli. Probieren Sie einfach aus, welcher Spargel Ihnen besser schmeckt. In den USA ist grüner Spargel mehr verbreitet, dort kennt man den weißen Spargel kaum. In Frankreich dagegen wird gerade der weiße Spargel geschätzt. Dort werden spezielle Sorten gezüchtet, die schon früh einen violetten bis blauen Kopf bilden. Das gilt in Frankreich als besondere Delikatesse, während der deutsche Spargelesser weiße Köpfe beim Spargel bevorzugt. Doch auch hier gilt: blauköpfiger Spargel ist gesünder als weißer Spargel.

Warum riecht der Urin nach dem Spargelessen so komisch?

 Spargelurin stinkt

Viele Menschen haben das Problem, dass bereits kurz nach dem Genuss von Spargel der Urin unangenehm riecht. Der Spargelurin Geruch ist fast schon penetrant – etwas kohlartig oder zumindest doch sehr ungewohnt. Und nicht nur der Urin. Eigentlich riecht man den Spargelgenuss in allen Körpersekreten. Doch woher kommt das?

Vorab sei gesagt: das passiert nicht alle Menschen gleich. Nur bei etwa jedem Zweiten tritt dieses Phänomen auf.

Im Spargel ist die schwefelhaltige Carbonsäure Asparagusinsäure C4H6O2S2 enthalten, die zu Substanzen abgebaut wird, welche bei der Ausscheidung über den Urin den charakteristischen „Spargelurin“ Geruch verursachen.

Nicht alle Menschen können Asparagusinsäure zu diesen geruchsverursachenden Substanzen abbauen, demzufolge fehlt dem Urin auch nach Spargelgenuss dieser charakteristische Geruch. Andere hingegen können den Geruch nicht wahrnehmen. Weder die Unfähigkeit den Spargelurin riechen zu können noch die fehlende Produktion des charakteristischen Geruchs ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft mit einer Erkrankung verbunden.

Spargel enthält außerdem den Namensgeber L-Asparagin. Dies ist eine in vielen Proteinen enthaltene Aminosäure. Die recht großen Mengen an L-Asparagin, die man beim Spargelgenuss zu sich nimmt, in Zusammenhang mit dem hohen Kaliumgehalt des Spargels, wirken harntreibend.

Man sagt außerdem, dass Spargel große Mengen an für den Menschen unverdaulichen Kohlenhydraten enthält, die zu den sogenannten Präbiotika gezählt werden. Diese scheinen sich im Darm positiv auf die Zusammensetzung unserer Darmflora auszuwirken.

Die Asparagusinsäure selbst ist nämlich geruchlos. Nur ein Abbauprozess im Körper kann dafür sorgen, dass durch Umwandlung der Aminosäure eine schwefelhaltige Verbindung entsteht, die dann ausgeschieden wird. Was dort genau passiert, ist noch unerforscht. Klar ist aber, dass dieses Verbindung ungefährlich ist und keinesfalls ein Anzeichen für ein Nierenleiden oder eine andere Krankheit. Der Prozess verläuft sehr schnell, so dass man schon beim ersten Gang zu Klo nach dem Spargelessen den Geruch wahrnehmen kann.

Wer ein sogenannter Spargelausscheider ist und wer nicht, wird durch die Gene bestimmt. Nur einige Menschen verfügen über ein Gen, das in der Lage ist, die Enzyme herzustellen, die die Asparaginsäure umwandeln und so die schwefelhaltigen Verbindungen herstellen. Fehlt dieses Gen, riecht es auch nicht.

 

Kann ich Spargel auch roh essen?

 Spargel schälen

Ja, Spargel ist nicht giftig und schmeckt roh sogar besonders lecker. Allerdings empfiehlt es sich, nur die dünnen, zarten Stangen roh zu essen. Essen Sie nur das obere Drittel der dünnen Stangen, denn dort muss der Spargel nicht einmal geschält werden.

Natürlich können Sie auch den ganzen Spargel roh essen oder zu Salaten verarbeiten. Dafür eigenen sich besonders die dünnen Stangen. Je dicker die Stange, desto kräftiger schmeckt der Spargel – und für einige ist der Geschmack dann etwas zu herb. Die dünnen Stangen sind ohnehin besser und intensiver im Geschmack. Dass dicker Spargel teurer ist als dünner, resultiert noch aus einer Zeit, als man Spargel noch nicht geschält kaufen konnte. Wer heute zu einem Erzeugerbetrieb fährt, erhält dort auch dünne Sorten bereits geschält. Nehmen Sie Klasse 3 (12-16mm) oder noch dünner (Spargelspitzen), um Spargel roh zu essen.

Roher Spargel schmeckt ein wenig wie Erbsenschoten. Kräftig im Geschmack mit einer süßen Unternote. Spargelrohkost ist besonders harntreibend und wirkt entwässernd.

Die dünnen Spargelspitzen eigenen sich besonders gut für Schinkenröllchen, Spargel-Lasagne oder Salate. Schälen Sie den Spargel einfach mit dem Spargelschäler weiter in feine Scheiben. Diese dann mit einer Vinaigrette anrichten. Oder reiben Sie den Spargel und essen Sie ihn vermengt mit etwas Olivenöl und Zitrone als Brotaufstrich.

Warum ist Spargel so gesund?

spargeldiaet
Spargel ist ideal, um abzunehmen – sofern man sich bei Soße und Butter zurückhält. Spargel selbst hat kaum Kalorien, da er zu 95% aus Wasser besteht. 100 g gekochter Spargel hat nur 13 kcal (52 kJ). Er enthält: 95g Wasser, 1,7g Eiweiß, 0,1g Fett, 1,5g Kohlenhydrate, außerdem Kalium, Phosphor, Calcium, Natrium, die Vitamine A, B1, B2, C und Niacin sowie weitere bioaktiven Pflanzenstoffe.

Spargel eignet sich hervorragend als Gemüsebeilage im Rahmen von Diäten. Grüne Ampel bei Glyx, grüne Ampel bei Fat-free, gut kombinierbar im Rahmen der Trennkost und Null Punkte bei Weight Watchers.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum Spargel so gesund ist. Er hat durch seinen hohen Kaliumgehalt eine harntreibende Wirkung. Wer also Probleme beim Pinkeln hat, sollte regelmäßig Spargel essen. Noch in der Erprobung ist der Versuch, mit Spargelsaft bzw. Spargelkochwasser Nierensteine zu verhindern bzw. aufzulösen.

Das köngliche Gemüse macht müde Männer munter. Dem Spargel sagt man nach, er habe eine potenzsteigernde Wirkung. Schon in alten Zeiten wurde er als Liebestrank und aphrodisierendes Pulver eingenommen. Grund dafür könnte sein – so weiß man heute – dass Spargel sehr viel Vitamin-E enthält – und dieses Vitamin hilft bei Mattigkeit. Übrigens nicht nur bei Männern. Frauen profitieren ebenfalls von dieser vitalisierenden Wirkung. Wenn Sie erschöpft sind, gönnen Sie sich eine Portion Spargel – aber er muss natürlich frisch sein.

Muss man Dosenspargel noch kochen?

spargel-im-glas

Da Spargel, um in der Dose haltbar zu sein, bereits eingekocht wurde, braucht er nur noch erwärmt zu werden. Gar ist er schon. Wenn man Dosenspargel kocht, wird er matschig.

Das gilt auch für Spargel im Glas. Auch hier ist der Spargel bereits vorab gekocht worden. Leicht bräunliche Verfärbungen sind zwar nicht schön, aber normal.

Dosenspargel eignet sich allerdings nicht zum Verzehr für ein richtiges Spargelessen. Er schmeckt ganz anders – ähnlich wie der Unterschied zwischen frischen Pilzen und Dosenpilzen. Beim Geschmack gehen die Meinungen ja häufig auseinander. Wer’s mag, für den ist Dostenspargel oder Spargel im Glas geeignet für Pizza, Schinkenröllchen, Spargel im Blätterteig, in Kräutersoße, im Omelett oder Salat.

Wer nicht so auf Dosenspargel steht, auf den königlichen Genuss aber auch im Winter nicht verzichten möchte, dem sei empfohlen: Kaufen Sie gefrorenen Spargel oder frieren Sie ihren Spargel selbst ein.

Kocht man Spargel in Zucker- oder Salzwasser?

 Spargelkochwasser sollte Zucker, Salz und Zitrone enthalten.

Den Spargel kocht man klassisch mit einer Prise Zucker, einer Prise Salz und einem Spritzer Zitronensaft. Aber warum? Tja, eigentlich könntem man sagen, weil es in jedem Kochbuch steht. Doch was hat man sich dabei gedacht?

Zucker gibt man dann ins Spargel Kochwasser, wenn man befürchten muss, dass der Spargel bitter schmeckt – das war früher häufiger der Fall. Der heutige, frische, deutsche Spargel enthält aber inzwischen kaum noch Bitterstoffe. Die Sorten sind so gezüchtet, dass die Bitterstoffe kaum noch vorhanden sind. Also ist es nicht mehr unbedingt notwendig, Zucker ins Sparkochwasser zu geben.

Eigentlich reicht es, das Kochwasser zu salzen. Salz unterstreicht den Geschmack – und wieviel Salz man zu gibt, ist wirklich Geschmackssache. Aus gesundheitlichen Gründen sollte man mit Salz eher sparsam umgehen. Unser Tipp: Geben Sie statt Salz eine Prise Gemüsebrühe ins Kochwasser, z.B. von „Lebe Gesund-Würzfee“, die frei von „Natriumglutamat“, „Hefeextrakt“ oder „Würze“ ist. Wenn Sie andere Fertig-Brühwürfel nehmen, achten Sie auf den Salzanteil.

Auf jeden Fall gehört ins Spargelwasser ein Schuss Zitronensaft, wenn man weißen Spargel zubereitet. Das bringt die schöne weiße Farbe deutlicher hervor und hellt den Spargel auf. Beim Kochen von Grünspargel ist dies nicht notwendig. Grünspargel sollten Sie nach dem Kochen in Eiswasser blanchieren (wenn Sie ihn für Salate etc verwenden möchten). Denn dann behält er seine herrlich grüne Farbe.

 

Warum bekommt Spargel blaue Köpfe?

 Spargelkopf blau

Der Spargel wächst in einem geschützten Erddamm, bis er eine Länge von mindestens 20cm bekommen hat. Dann bricht der Kopf vorsichtig aus dem Erdreich heraus. Gute Spargelstecher erkennen bereits an den feinen Rissen auf dem Sand-Damm, dass hierunter ein Spargel zu finden ist und stechen ihn, bevor die Stange auch nur einen Sonnenstrahl abbekommen hat. Der Anbau unter Folie lässte die Sonne erst gar nicht an die Stange gelangen.

Doch sobald der Kopf den Weg ins freie geschafft hat, beginnt er innerhalb weniger Stunden, die Stoffe zu bilden, die er für die Photosynthese benötigt. Die Stange verfärbt sich dazu zunächst blau und wird dann ganz schnell grün. Würde man weißen Spargel gar nicht erst beim Anbau anhäufeln, würde der Spargel gleich grün/blau in die Höhe wachsen.

Während in Frankreich Spargel mit blauen oder violetten Köpfen als besondere Delikatesse gilt und die „übliche“ Form des Spargels ist, bevorzugt der deutsche Esser Spargel mit weißen Köpfen. Dieser wird in der Regel auch günstiger verkauft als weißer Spargel, was eigentlich Quatsch ist, denn blaue Köpfe schmecken genau so wie weiße Köpfe und sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sogar gesünder!

Spargel, der komplett violett ist, entstammt einer besonderen Züchtung.

 

Wie lange muss man Spargel kochen?

 Spargel kochen Garzeit

Die Frage, wie lange man Spargel kochen sollte, ist eine ähnliche wie die Frage nach dem al-dente bei Spaghetti. Die Kochzeit ist eine Frage des Geschmacks. Manche mögen den Spargel lieber weich, anderen mögen ihn lieber bissfest.

Generell gilt: je dicker der Spargel, desto länger die Kochzeit. Grünspargel hat eine kürzere Garzeit als weißer Spargel. Pauschal kann man sagen: Spargel der Güteklasse I – also die dicken Stangen – brauchen ca. 10 bis 15 Minuten (je nachdem, ob al dente oder nicht). Spargel der Güteklasse II bracht nur ca 8-10 Minuten. Salatspargel und dünne Stangen brauchen nicht unbedingt geschält zu werden. Schält man den Spargel nicht, kocht er ca. 8-10 Minuten, im geschälten Zustand dagegen nur ca. 5 Minuten.

Grünspargel hat ganz kurze Kochzeiten. Hier wird auch der Kopf sehr schnell matschig. Dicker Grünspargel muss im unteren Drittel geschält werden und koch dann ca. 6-8 Minuten. Dünner Grünspargel wird nicht geschält und kocht ca. 5 Minuten.

Ob der Spargel gut ist, erkennt man an zwei Faktoren: Man hebt den Spargel z.B. mit einer Gabel aus dem Wasser (nicht reinpiecksen, sondern auf die Gabel legen) und schaut, wie sehr die Stange sich biegt. Je mehr sie sich biegt, desto weicher ist sie. Spargel, der gar nicht, hat eine leichte Wölbung. Wenn der Spargel schlaff runterhängt, ist er zu weich geworden.

Die andere Alternative ist wie beim Kartoffel-Kochen. Mit einem spitzen Gegenstand in die Stange piecksen und die Festigkeit des Spargels damit testen.

Muss man grünen Spargel schälen?

gruenerspargel

Die Frage, ob man Grünspargel schälen muss, hängt von der Dicke der Stangen ab. Eigentlich muss Grünspargel nicht geschält werden. Lediglich bei dicken Stangen schält man das untere Drittel, dass von der Farbe deutlich heller ist. Müssen muss man das ohnehin nicht, denn die Schale ist nicht giftig. Jeder dicker die Stange, desto dicker unten auch die Schale und das kann bitter schmecken.

Dünnen Grünspargel sollten Sie auf keinen Fall schälen. Die wertvollen Inhaltsstoffe liegen direkt unter der Schale und die würden, selbst wenn Sie ganz dünn schälen, verschwinden. Das wäre doch schade.

Auch wenn der Grünspargel nicht geschält ist: die Kochzeit beträgt je nach Dicke nur 5-8 Minuten. Ganz dünne Stangen müssen nur kurz ins kochende Wasser getaucht werden. Grünspargel wird sehr schnell weich.

Fernsehköche raten oft dazu, den Grünspargel mit kaltem Eiswasser abzuschrecken, damit er seine schöne Farbe behält. Wenn Sie Gäste haben und mit schickem Essen glänzen wollen, können Sie das auch tun. Der Geschmack wird durch das Abschrecken nicht besser. Die Spargelstangen werden nur schneller kalt dadurch.

Wie bewahrt man Spargel auf?

Spargel-Lagerung © gandolf - Fotolia.com

Bei der Aufbewahrung von Spargel muss man unterscheiden zwischen geschältem und ungeschälten Spargel.

Ungeschälter Spargel sollte nach dem Kauf aus der Verpackung genommen werden. Nehmen Sie ein Geschirrtuch, machen es nass und wringen es locker aus. Dann wickeln Sie es um den Spargel. Den Spargel ins Gemüsefach des Kühlschranks legen. Passen Sie auf, dass keine geruchsintensiven Früchte oder anderes Gemüse in der Nähe liegt, da Spargel dann den Geruch von Zwiebeln oder Erdbeeren in sich aufnimmt und den Geschmack verdirbt. So eingewickelt ist Spargel 3-4 Tage haltbar.

Geschälter Spargel kann dagegen nicht sehr lange aufbewahrt werden. Ist die Schale erstmal ab, empfiehlt es sich, den Spargel in eine Plastik-Folie zu wickeln (ohne zusätzliches Wasser in die Folie zu geben). Binden Sie die Folie zu und legen Sie den Spargel in den Kühlschrank. Er muss aber spätestens am übernächsten Tag verzehrt werden. Sie können geschälten Spargel auch wie oben beschrieben in ein feuchtes Handtuch wickeln. Dann ist der Spargel zwar evtl. einen Tag länger haltbar, er verliert aber dabei das meiste seines Aromas.

Lagen Sie Spargel nicht lange in Wasser. Dann bleibt er zwar knackig, aber er gibt seinen ganzen Geschmack an das Wasser ab und laugt aus. Stellen Sie Spargel höchstens für kurze Zeit ins Wasser, falls er trocken geworden ist, um ihn wieder aufzufrischen. Die Enden des Spargels müssen Sie großzügig abschneiden. Die werden bei altem und eingetrockenem Spargel holzig.

 

Braucht man unbedingt einen Spargeltopf?

Brauche ich unbedingt einen Spargeltopf für, sagen wir, 100 Euro?
Natürlich brauchen Sie so etwas nicht unbedingt. Einen Spargeltopf gibt es auch schon günstiger. Es gibt zwei Arten. Die eine ist ein großer rechteckiger Topf, der einen Einsatz hat und dem die Stangen liegend gegart werden. Die fertigen Stangen kann man dann ganz einfach mitsamt dem Siebeinsatz herausnehmen.

Die andere Art eines Spargelkochtopfs ist ein runder Topf mit einem Einsatz, in dem die Stangen aufrecht stehen. Bei diesem Prinzip ist das untere Ende der Stange im Wasser, der Kopf wird nur im Wasserdampf gegart und bleibt fest.

Bei dem rechteckigen Topf liegt der Spargel in der Kochflüssigkeit. Während man den rechteckigen Topf auch sehr gut für gedünstetem Fisch und alle anderen Gemüse gebrauchen kann, ist man bei dem Topf zum aufrechten Garen auf Spargel und dabei auch noch auf eine Maximalmenge beschränkt.

Meine ganz persönliche Empfehlung: kaufen Sie sich keinen runden Spargeltopf in dem die Stangen aufrecht stehen. Wer nicht möchte, dass sein Spargel im Kochwasser gart, der sollte auf die neu auf dem Markt erhältliche Spargelfolie zugreifen – oder Bratfolie nehmen. Was früher für Braten üblich war, kommt jetzt wieder mit dem Spargel in Mode. Legen Sie Ihren Spargel in den Bratschlauch, geben Gewürze und etwas Wasser hinzu und garen Sie ihn im Backofen. Das Aroma bleibt dabei herrlich erhalten.

 

Ist Bruchspargel minderwertig?

Frischer Spargel ist sehr bruchempfindlich. Beim Waschen und Sortieren brechen immer wieder Stangen. Diese Bruchstücke werden günstig als Bruchspargel verkauft. Spargelbruch eignet sich ganz besonders für Suppen, Spargelsalat und Gemüsegerichte – also allen Speisen, in denen die Stangen sowieso zerschnitten wird. Das Schälen der Spargelstücke ist etwas mühsamer als bei ganzen Stangen, der Spargel selbst ist aber genau so gut.

Bruchspargel ist kein Zeichen für minderwertigen Spargel. Auch geschmacklich ist der Spargel genauso lecker wie Stangenspargel. Einige Betrieben bieten inzwischen auch geschälten Bruchspargel an. Das sind in der Regel Spargelstangen, die in der Schälmaschine kaputt gegangen sind. Zwar muss man hier noch einmal nachsehen, ob auch wirklich alle Schalen entfernt sind (je nachdem, wann während des Schälvorgangs der Spargel gebrochen ist), aber gerade, wer Geld sparen möchte, kann hier ein Schnäppchen machen.

 

Mein Spargel hat den ganzen Tag im Auto gelegen und ist weich geworden

Mein Spargel hat den ganzen Tag ist Auto gelegen und ist weich geworden – kann ich den noch essen?
Ja, denn weich gewordener Spargel ist nur ausgetrocknet, aber nicht verdorben. Legen Sie die Stangen für einige Minuten komplett in kaltes Wasser. Er verliert dabei zwar etwas von seinem Aroma, ist aber danach wieder wie frisch.

Spargel wird nicht sofort schlecht, wenn er zu warm gelagert wird. Labberige Stangen können Sie auffrischen, indem Sie sie in kaltes Wasser legen. Bei weichem Spargel aus dem Supermarkt sollten Sie allerdings vorsichtshalber die unteren Stangen-Enden prüfen. Sind diese schon braun oder haben gar faulige Stellen, ist dem Spargel auch mit kaltem Wasser nicht mehr zu helfen. Diese braunen Enden müssen Sie sehr großzügig abschneiden.

 

Was macht man mit hohlen Spargelstangen?

Gerade bei dickeren Spargelstangen kann es vorkommen, dass diese innen hohl sind. Das ist aber nicht weiter schlimm. Auch hohle Stangen sind gut und schmecken in der Regel auch nicht anders als „normale“ Stangen. Wenn Sie merken, dass eine Spargelstange hohl ist, schneiden Sie sie am besten der Länge nach auf und schälen auch die inneren Wände. Dann haben Sie zwei Spargelstangen, die Sie ganz normal weiterverarbeiten können.

So gespaltener Spargel eignet sich hervorragend, um gebratenen Spargel davon zuzubereiten. Dazu einfach etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und die halbierten Spargelstanden von beiden Seiten – je nach Dicke – zwischen 5 und 10 Minuten braten.

 

Warum kann man Spargel nicht zweimal an der gleichen Stelle anbauen?

 Spargelkorb auf Spargelacker

Spargel nicht zweimal an die gleiche Stelle zu pflanzen, ist eine Regel, die Sie nicht ignorieren dürfen. Spargel gilt als mit sich selbst „unverträglich“, d.h. wenn man Spargel auf eine Fläche pflanzt, auf der zuvor schon Spargel gewachsten ist, verkümmert die nächste Pflanzengeneration. Das liegt daran, dass Spargel eine Substanz in den Boden abgibt, mit der er sich selbst schädigt. Es werden pflanzeneigene Rückstände angereichert. Zwar gibt es inzwischen sogenannte „nachbauverträgliche Sorten“, aber es ist immer besser, Spargel auf jungfräuliche Böden zu pflanzen, also solche Böden, auf denen zuvor noch kein Spargel gestanden hat.

Die schlechte Nachbauverträglichkeit liegt beim Spargel nicht nur an den eigenen Substanz-Absonderungen. Spargelpflanzen haben eine sehr lange Standzeit von ca. zwölf Jahren. In dieser Zeit reichern sich artspezifische Krankheiten wie z.B. Fusarium an.

Hat man keine andere Wahl und möchte z.B. im Garten Spargel immer an der gleichen Stelle pflanzen, dann sollte man drei Möglichkeiten beachten:
1. Pflanzen Sie eine nachbauverträgliche Sorte an (wenn es dafür nicht schon zu spät ist), z.B. Backlim.
2. Führen Sie eine Bodendesinfektion durch und beheben Sie so die Anreicherung von Krankheitserregern.
3. Belebung des Edaphons: Füllen Sie Humus nach und beschleunigen Sie damit den Abbau von Rückständen des Spargels.

 

Warum nimmt Spargel manchmal so kuriose Formen an?

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Wie entstehen merkwürdige Spargelformen – Kurioses Wachstum?
Spargel kommt manchmal in komischer Form daher. Er kann besonders krumm oder hohl sein, wächst bogenförmig um einen scheinbar unsichtbaren Gegenstand oder zeigt gefächerte Köpfe, noch bevor er an die Erdoberfläche gekommen ist.

Einen solch kuriosen Spargel hat Ursula Ewald in Arensdorf (Gemeinde Steinhöfel, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) im Juni 2010 gestochen. Sie sticht dort im eigenen Garten seit mehr als 60 Jahren Spargel. Die Anlage, auf der der Spargel gefunden wurde, war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. Angebaut wurde die Sorte Epos.

Was ist die Ursache?
Bei dieser Wuchsform handelt es sich um eine Fehlbildung der Kronenanlage. Der Spargel treibt seine Stangen nicht nacheinander aus, sondern alle gemeinsam. Diese Stangen wachsen dann zusammen und schieben sich im Block an die Erdoberfläche.

Übrigens: der Spargel kann trotzdem gegessen werden, denn schädlich ist das nicht.

 

Was heißt eigentlich „Asparagus“?

Asparagus kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „der nicht gesäte“. Diesen Namen bekam der Spargel, weil er damals über Wurzelstecklinge vermehrt wurde. Auch heute legt man Spargelanlagen an, indem man die Spargelpflanzen als einjährige Pflanzen setzt. Der Vermehrungsbetrieb indes vermehrt den Spargel über Samen, die aus den roten Beeren gewonnen werden, die der Spargel nach dem 24. Juni durch das Durchwachsen lassen austreibt.

Das, was in den Geschäften als Spargel oder in Blumenläden als Zierde gekauft werden kann, gehört zur Gattung Asparagus officinalis L. Einige Arten und Kulturformen werden in Gärten, auf Balkonen und in Räumen als Zierpflanzen verwendet.

 

Warum nennt man Spargel Edelgemüse?

Eine genaue Definition des Begriffs „Edelgemüse“ gibt es leider nicht. Umgangssprachlich versteht man darunter aber alle Gemüsesorten, die besonders teuer und nicht das ganze Jahr über erhältlich sind. In den allermeisten Fälle ist mit Edelgemüse auch Spargel gemeint, vereinzelt findet man den Begriff auch für den Brokkoli, der wegen seiner vielen guten Eigenschaften ebenfalls als Edelgemüse bezeichnet wird.

Was der Verbraucher in der Regel nicht weiß, was aber ebenfalls dafür sprechen könnte, den Spargel auch weiterhin Edelgemüse zu nennen, ist sein anspruchvoller Anbau. Spargel kann erst drei Jahren nach dem Anbau zum ersten Mal geerntet werden. Dann zwar rund 10 Jahre lang, aber die Zeit bis zur ersten Ernte ist schon ein Luxus, den man kaum einem anderen Gemüse zuerkennt. Die Ernte ist sehr aufwändig und muss immer noch von Hand erfolgen. Daher sind die Erntekosten für Spargel auch weiterhin sehr hoch.

 

Wie kam der Spargel nach Deutschland?

Leider ist nicht genau überliefert, wie der Spargel nach Deutschland kam. Über die Geschichte des Spargelanbaus im deutschsprachigen Raum ist nur wenig bekannt. Vermutlich brachten Römer das Gemüse mit nach Deutschland, denn die Römer schätzten den Spargel bereits sehr als Speise und als Heilmittel. Und so standen – wie übrigens auch in Griechenland – erst die arzneilichen Qualitäten des Gemüses im Vordergrund. Hippokrates erwähnte erstmal Spargel als Heilpflanze um 460 v. Chr.

In Frankreich und England war Spargel schon im 16. Jahrhundert als Gemüse weit verbreitet. In Deutschland sind Hinweise auf erste Anbaugebiete erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts zu finden.

 

Dürfen Kaninchen Spargel essen?

Häufig erreicht uns die Frage, ob Haustiere, insbesondere Kaninchen, Spargel essen dürfen.

Die Antwort ist: Ja und Nein. Grundsätzlichlich ist Spargel nicht giftig für Kaninchen. Es gehört aber auch nicht zu den typischen Nahrungsmitteln, die man Kaninchen geben sollte. Spargel ist starkt harntreibend. Das bedeutet, dass man den Kaninchen gemeinsam mit dem Spargel ausreichend Wasser geben sollte. Es stellt sich die Frage, ob man diese harntreibende Wirkung gern auslösen möchte bei seinem Haustier. Bedenke die Folgen.

Kaninchen wissen oft selbst am besten, was sie essen sollten und was nicht. Wenn es eher lustlos an dem Spargelabschnitten knabbert, sollte man keinen weiteren Spargel füttern.

Auch für Tiere gilt das gleiche, wie für den Menschen. Da Spargel sehr kalorienarm ist, hilft es auch dem Nagetier beim Abnehmen – sofern erforderlich.

 

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